Freitag, 29. Juni 2018

Neue Geschichte

Tiny ist nun fertig - und es beginnt eine neue Geschichte.
Tiny wiegt 1700 Kg, davon 460 Kg Blei im Kiel (27%)
Bauzeit gut 3 Jahre (meist an Wochenenden)
Kosten: dreimal so viel, wie erwartet (mit Werftmiete und Werkzeug, ginge sicher billiger, wenn man nicht so edles Zubehör kauft).

Montag, 11. Juni 2018

Segeln


Nun also bei bestem Segelwetter hinaus auf den Thuner See. Im Hintergrund sieht man die Berühmten Berge der Schweizer Zentralalpen: Jungfrau, Eiger und Mönch.



Die Segelei traf meine Erwartungen: auch bei leichten Winden springt Tiny gut an. Allerdings funktionierte die Windanzeige noch nicht, sodass Optimieren nur eingeschränkt möglich war. Den Genaker hatten wir nur im Hafen entfaltet. Er steht auch gut.

Merke: Auf dem See kennt jeder jeden! In den Hafen zurückgekehrt merkten wird, dass wir genau beobachtet wurden, dass etwa die Grossschot nicht dicht genug war, sodass das Gross zu bauchig segelte und damit Geschwindigkeitsverluste die Folge waren. Ja, ja, stimmt! Aber ich war schon froh, überhaupt vorwärts zu kommen.
Es zeigte sich, dass der Gleichrichter für den Motor (1KW) seinen Dienst quittierte, wenn ich bei laufendem Generator "Vollgas" gab. Er kam erst wieder, wenn die Last unter 1KW blieb. Immerhin zeigte die Batterie, die in den Tagen vorher per Tiefentladung in einen Zustand gekommen war, den sie gar nicht hätte erreichen können (Erweckung aus diesem Tot-ähnlichen Zustand nur durch die Torqueedo-Werkstatt, die aber keinen Fehler fand), dass der Motor bis zu 2.2KW verbrauchen konnte: Also der Gleichrichter muss durch einen stärkeren ersetzt werden.

Taufe

Nach altem Brauch wird ein Schiff auf einen Namen getauft und ist besonders im englischen Sprachraum weiblich. Sie soll also Tiny heissen, weil sie so winzig ist, und weil Yvonnes Traum ist: in einem Tiny-Haus zu wohnen.
Für die Taufpatin haben wir Eva, Yvonnes Tochter auserkoren. Sie hat keine roten Haare und hat auch darauf geachtet, dass sie nichts grünes anzog. (Empfehlung von Wikipedia). Da wir den Hafen und sein klares Wasser aber nicht mit Glasscherben verunzieren wollten, kam die Sektflasche in einen Beutel.
Die Taufe verlief dann so:


wünschen wir also Tiny (und uns) immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel.

Sonntag, 10. Juni 2018

Segel

Nachdem ich kurz vor Jahresende noch Segel bei Elvström bestellt habe, kam tatsächlich Beat Aebischer (Sailtex) ebenfalls noch vor Jahresende um die Segel auszumessen. Schon da fiel mir seine Gründlichkeit auf: Er wollte lieber die lange Reise (2 x 140km) auf sich nehmen, damit es nachher auch genau passt. Wir haben dann einen ganzen Vormittag vermessen.
Dann habe ich die Segel (Gross, Fock und Genaker) bezahlt und so warteten sie bei Beat, bis ich nun (Juni) endlich mit Boot in Thun eintreffe und wir das  Boot aufs Wasser setzen und den Mast aufriggen. Dann stellte sich heraus, dass ich den Jumper (oberste Verstakung des Mastes) viel zu fest angezogen hatte. Die bei stehendem Mast zu lösen, war schon ein wenig Zirkus-Akrobatik in der Höhe. Dann war das Vorstak für die Rollreffanlage zu kurz. Ich wollte schon aufgeben, aber Beat meinte: Fahr doch zu Bucher &Walt und hole ein neues.
Also kurz mal von Thuner See zum Neuenburger See (100 Km) und zurück. Dann hatte ich ein längeres Stak, das mm-genau abgelängt werden konnte.
So nebenbei meinte Beat freundlich: "Die Rolle dahinten fliegt dir bei etwas mehr Wind um die Ohren, nimm eine stärkere", oder als ich das Gross hochzog und mich recht mühen musste: "Weisst Du, warum das so schwer geht? Nimm mal lieber Rollen im Mastfuss anstatt Softschäkel, dann ist die Reibung kleiner". So fand er immer wieder Verbesserungspunkte - und mein Selbstbewusstsein schrumpelte dahin. Nicht dass er das etwa hochtrabend oder herablassend gesagt hätte, nein im Gegenteil, wirklich freundlich und hilfsbereit. Das Problem für mich war: Er  hatte jedesmal Recht!
Na schliesslich war alles montiert und passte. Ich möchte ihm an dieser Stelle ausdrücklich danken und ihn für Selbstbauer empfehlen; Seine Gründlichkeit und Erfahrung waren mir eine grosse Hilfe.
Ein Bonmot zum Schluss: In seiner Segelwerkstatt sind wir am Ablängen von Schoten. Da bittet er mich in seinem Berner Obländer-Dialekt: "Gib mir amol Zangere". Ich suche also nach einer Zange, finde keine, und weiss auch nicht recht, was er damit wollen könnte. Dann macht er eine weisende Handbewegung auf das andere Ende der Schot: Gib mir a mol z'angere = Gib mir mal das andere.




Mittwoch, 6. Juni 2018

Trailern

Tiny vor Alpenpanorama
Das Trailern wurde überraschend zu einer schweren Herausforderung: Kaum war ich mit dem Boot auf der Autobahn, als bei ca. 65 Km/h der Trailer um seine Hochachse zu pendeln begann. Schweissgebadet hielt ich an der nächsten Raststätte an, weil ich mich erinnerte, dass Gordan, der Anhängerbauer, einige Batterien in den Ankerkasten gestellt hatte mit der Bemerkung, dass  der Schwerpunkt zu weit hinten sei. Deshalb also: Um die Schwingungen zu vermeiden! Also die schweren Teile (Generator, Batterie) aus den Backskisten nach vorn auf den Bug.
Hecklastig!
Immerhin wurde das Schwingverhalten (etwas) besser. Kleine Bodenwellen im richtigen Rhythmus liessen den Trailer trotzdem pendeln. Diese Schwingungen zu dämpfen ist gar  nicht so einfach. Der beste Trick ist: Schneller fahren, dann zieht man das Gespann wieder glatt. Aber mit so einem pendelnden Anhänger auch noch Gas geben? Das muss man erst mal wollen!
Es war jedenfalls hin- wie rück (mit zusätzlichen 60l Wasser in PET-Flaschen im Ankerkasten) keine Freude.
Und auf keinen Fall mit dem Hänger am Haken durch ganz Deutschland (1000Km) an die Ostsee, das wurde ganz deutlich! Lieber den Rhein und die Kanäle entlang - was immer das bedeutet.

Sonntag, 6. Mai 2018

Ruder II

Das Ruder ist eine Herausforderung, weil es in der Pinnenhalterung herauf- und heruntergezogen werden können muss. Ich habe es so gelöst, dass ich die Pinnenhalterung aus 2 Teilen gebaut habe, die durch die Edelstahlbügel zusammengehalten und hinten mit Ringschrauben - zur einfacheren Bedienbarkeit - zusammengedrückt werden. Dadurch ist das Ruder in der Höhe fixiert. Die Halterung im Rumpf sorgt dafür, dass das Ruder weder nach oben noch nach unten Spiel hat.
Werden die Schrauben gelöst, lässt sich das Ruder (einigermassen) auf und absenken.
Man sieht auch ganz gut, dass das Ruder balanziert ist:
der untere Teil ragt weiter Richtung Rumpf. Dadurch liegt es (hoffentlich) leichter in der Hand (kleinerer Steuerdruck), weil die Rudernase über den Drehpunkt herausragt (wenn das Ruder ganz ausgefahren ist).

Freitag, 20. April 2018

Kleiner Rundgang


Da ich nun 65 Jahre alt geworden bin und damit in Pension gehen kann und Tiny weitgehend fertig ist, hat Yvonne (und ich) beschlossen, ein grosses Fest in der Werft zu machen. 60 Leute.







Dafür gab es eine Diashow mit Bildern aus diesem Blog und zusätzlich einen Rundgang durchs Schiff.






Hier noch ein paar Impressionen: